Wenn zwei Dutzend Unternehmer und Selbstständige, Führungskräfte und Multiplikatoren zusammenkommen – welche Themen sind dann von Interesse?

Beim 1. Unternehmergespräch der Industrie- und Handelskammer (IHK) Rhein-Neckar Ende Februar 2013 bildeten sich drei Untergruppen, die sich jeweils zu den Themen besprachen, die ihnen auf den Nägel brannten.

Kurze Zusammenfassung:

  1. Kleine Unternehmen (4 bis 16 Mitarbeiter):
    • Führungskräfte kennen ihre Mitarbeiter persönlich, können deswegen aber auch „Teil des Problems“ werden, weil sie – anders als im Großunternehmen – wenig Distanz aufbauen können.
    • Führungskräfte in kleinen Unternehmen haben eine Vielzahl von Aufgaben: Geschäftsführung, Kundenakquise und -betreunung, „Mädchen für alles – bis zum Schneeschippen“. Aktuelles Führungswissen fehlt unter Umständen.
    • Mitarbeiter auf eine andere Stelle zu setzen, ist schwerer als im Großunternehmen. Einfache Maßnahmen („Obstkorb“) können schnell umgesetzt werden.
    • Empfehlung: (Moderierter) Erfahrungsaustausch mit anderen Führungskräften, um nicht im eigenen Saft zu schmoren

     

  2. Größere Unternehmen (160 bis 1.000 Mitarbeiter):
    • Oft werden nur Mitarbeiter erreicht, die sich bereits gesundheitsbewusst verhalten. Die Kunst besteht darin, zielorientierte, wirksame und rentable Konzepte zur Gesundheitsförderung einzuführen und weiterzuentwickeln.
    • Manche Angebote werden etabliert, weil „das alle machen“ (Mode), nicht weil sie nützlich sind. Wichtig sind nicht nur konkrete Angebote, sondern eine Kultur / ein Klima für Gesundheitsorientierung (nach der psychologischen Klima-Definition bestehend aus Wollen – Erklären – Tun)
    • Für Personaler besteht die Herausforderung darin, die Unternehmensspitze und die Führungskräfte ins Boot zu bekommen.
    • Der Name einer Maßnahme ist wichtig: „Gesundheitsdialog“ (statt „Krankengespräch“)
    • Empfehlung: Angebote intern verkaufen – in Abhängigkeit von der Strategischen Phase, in der das Unternehmen gerade steckt (Beispiel: Wer Liquditätsprobleme hat, für den hat Mitarbeitergesundheit eine geringere Priorität.)

     

  3. Multiplikatoren (Verbände, Berater, …):
    • Multiplikatoren verfügen über Einblicke in verschiedene Unternehmen, können vergleichen, werden aber teilweise als störende Externe gesehen: Wie können sie Unternehmen gewinnen (Mitarbeitergesundheit als Standortvorteil)?
    • Nicht alle Organisationen können erreicht werden. Manche Unternehmen werden vom Markt verschwinden, weil sie Mitarbeitergesundheit nicht mehr beeinflussen können und die sinkende Personalproduktivität direkt auf Personalkosten und GuV durchschlagen, andere ergreifen früher oder später Maßnahmen.
    • Empfehlung: Doppelstrukturen vermeiden; Vertriebsarbeit statt Netzwerkarbeit im eigenen Saft; keine toten Hunde zum Jagen tragen.

 

Ich danke allen Beteiligten – insbesondere der IHK Rhein-Neckar als meinem Auftraggeber – für die Gespräche, aus denen ich auch manche Anregung erhalten habe.

Diese gehen direkt in meine weitere Arbeit ein. Weitere Informationen hier…